Impfpflicht

KinderimpfungAls Randnotiz drang letztes Jahr folgende Nachricht an die Öffentlichkeit:

In Nordrhein-Westfalen ist eine Masernepidemie ausgebrochen. Nach Angaben des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte wurden in den vergangenen zehn Wochen 1100 Erkrankungsfälle registriert. Zwei Kinder und eine junge Frau sind an Gehirnentzündungen erkrankt, die durch Masernviren hervorgerufen wurden.“

Wie konnte es dazu trotz der mittlerweile hochentwickelten Impfstoffe gegen Masern kommen? Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte wirft den örtlichen Gesundheitsämtern Versagen vor. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Düsseldorf sagte, die Landesregierung habe Anfang der Woche in einem Runderlaß an die Ämter gefordert, dass Maßnahmen ergriffen würden.



Es müsse etwa verhindert werden, dass infizierte Kinder zur Schule gingen. Auch seien „Riegelungs-Impfungen“ im Umfeld infizierter Personen erforderlich, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Letztlich sei aber jeder selbst für seinen Impfschutz verantwortlich.

Doch die traurige Realität sieht leider anders aus, denn viele Erwachsene unterschätzen die Gefahr von Epidemien und den damit verbundenen Wert einer Schutzimpfung. Eine allgemeine Impfpflicht gibt es in der Bundesrepublik seit 1983 nicht mehr. Damals wurde die gesetzlich vorgeschriebene Impfpflicht aufgehoben.
In der DDR bestand parallel zur BRD bis zum Ende des sozialistischen Regimes 1989 eine Impfpflicht für Impfungen von Kindern und Jugendlichen gegen Krankheiten wie Masern oder Röteln.

Experten streiten seit einiger Zeit über das Für und Wider von gesetzlich verordneten Schutzimpfungen. Im Jahre 2001 trat das Infektionsschutzgesetz in Kraft. Dies besagt, dass für den Fall einer Epidemie-Gefahr eine staatlich angeordnete Impfung verordnet werden kann. Bislang ist dieser Passus nicht angewendet worden.

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